Der Goldpreis eilte in diesem Jahr von Rekord zu Rekord. Indonesien erhebt ab 2026 eine Exportabgabe auf Gold. Der Schritt könnte Signalwirkung entfalten.
Das rohstoffreiche Land will ab Anfang 2026 eine Exportsteuer von bis zu 15 % auf Gold einführen – abhängig vom Verarbeitungsgrad und vom Weltmarktpreis. Der neue Satz soll insbesondere den Export von unverarbeitetem Doré-Gold verteuern. Doré-Gold – oft auch „Doré-Barren“ genannt – ist ein teilraffiniertes Gold-Zwischenprodukt aus der Bergbauproduktion. Es enthält neben Gold noch Silber, Kupfer oder Platin, der Goldgehalt liegt typischerweise bei maximal rund 80 Prozent. Erst Raffinerien machen daraus Feingold mit einem Reinheitsgrad ab etwa 95 Prozent. Als Anlageprodukt eignet sich Doré daher nicht, es ist ein reines Industrievorprodukt. Wer dagegen raffiniertes Feingold oder veredelten Schmuck ausführt, kommt günstiger davon. Der Höchstsatz greift erst, wenn der Goldpreis über 3.200 US-Dollar liegt – aktuell ist das der Fall.
Indonesiens Regierung will damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits sollen zusätzliche Staatseinnahmen generiert und sogenannte „Windfall-Profite“ (also unerwartet hohe Gewinne durch Preissprünge) abgeschöpft werden. Andererseits verfolgt das Land eine klare industriepolitische Agenda: Mehr Wertschöpfung im Inland. Gold soll künftig nicht mehr überwiegend als Halbprodukt ausgeführt, sondern im Land verarbeitet werden – etwa zu Barren oder Anlageprodukten für den lokalen Markt.
Schon 2025 hatte Indonesien in nur neun Monaten Gold im Wert von rund 1,64 Milliarden US-Dollar (Stand Mitte November 2025 sind das 12,5 Tonnen Gold) exportiert – vor allem nach Singapur, Hongkong und in die Schweiz. Gleichzeitig will die Regierung mit der Reform sicherstellen, dass mehr physisches Gold im Land verbleibt – auch für inländische Nachfrage.
Die Massnahme ist Teil einer umfassenderen Rohstoffstrategie: Bereits in der Vergangenheit hatte Indonesien mit Exportverboten bei Nickel und Bauxit versucht, internationale Konzerne zu lokalen Investitionen zu zwingen. Beim Gold wählt man nun den Weg über ein preisgesteuertes, gestaffeltes Steuermodell, das Anreize statt Verbote setzt.
Auch andere Länder beobachten die Entwicklung genau. Tansania beispielsweise belohnt bereits jetzt die Inlandsverarbeitung mit Steuervorteilen. Nigeria plant eine drastische Erhöhung der Royalty auf Goldkonzentrat. Und auch Russland hatte 2023 temporär eine Exportabgabe eingeführt – zog sie jedoch 2024 wegen sinkender Exporte wieder zurück. Der Trend zur Ressourcensouveränität ist klar erkennbar.
Für den internationalen Edelmetallhandel bedeutet die Entwicklung: Goldströme könnten sich neu sortieren. Raffinerien in der Schweiz oder in Asien müssen mit geringeren Liefermengen aus Indonesien rechnen – und sich alternative Bezugsquellen sichern.
Gleichzeitig wächst mit der Steuer die geopolitische Bedeutung von Gold: Es wird nicht mehr nur als Krisenschutz gesehen, sondern als strategischer Rohstoff – reguliert, kontrolliert, zurückgehalten. Wer über eigene Goldreserven verfügt, verschafft sich Spielräume in einer Welt, in der Versorgungssicherheit zur neuen Währung wird.
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