Während 100.000 Euro im Jahr 2025 angesichts einer Inflation von voraussichtlich 2,1 Prozent 2.100 Euro an Kaufkraft eingebüsst haben, erzielten die Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium unter sämtlichen Anlageklassen die beste Performance.

Was 2025 aus 100.000 Euro wurde

Im Jahr 2025 zeigte sich eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Anlageklasse identische Anfangsinvestments von jeweils 100.000 Euro entwickeln können (siehe Tabelle). Nur zur Erinnerung: Im Jahr 2024 entwickelten sich die beiden Kryptowährungen Bitcoin (+136,1 Prozent) und Ether (+55,9 Prozent) mit Abstand am besten, gefolgt vom US-Technologiewerteindex Nasdaq-100 (+37,1 Prozent) und den beiden Edelmetallen Gold (+34,2 Prozent) und Silber (+29,2 Prozent). Verluste wiesen hingegen Bundesanleihen (-2,8 Prozent) sowie die beiden Weissmetalle Platin (-3,0 Prozent) und Palladium (-11,7 Prozent) aus.

Im Jahr 2025 gab es zwischen den Anlageklassen stark ausgeprägte Divergenzen zu beobachten. Überrascht hat vor allem die Tatsache, dass die höchsten Wertsteigerungen von den vier Edelmetallen Palladium (+150,4 Prozent), Silber (+118,0 Prozent), Platin (+93,1 Prozent) und Gold (+44,9 Prozent) erzielt wurden. Leichte bis moderate Zuwächse wurden bei Aktien registriert, während Investments in Bundesanleihen (-4,4 Prozent), Brent-Rohöl (-25,2 Prozent) sowie die beiden Krypto-Assets Bitcoin (-17,4 Prozent) und Ether (-21,5 Prozent) mitunter zu massiven Verlusten geführt haben.

Wichtig zu wissen: Die oben ausgewiesenen Renditen wurden in Euro berechnet, obwohl Edelmetalle international überwiegend in Dollar gehandelt werden. Im Jahr 2025 wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar um rund 13,5 Prozent deutlich auf. Diese Eurostärke wirkte wie eine Bremse auf die in Euro gemessene Performance der Edelmetalle. Mit anderen Worten: Ohne diese deutliche Aufwertung der Gemeinschaftswährung wären die Gewinne bei Gold, Silber, Platin und Palladium in Euro noch wesentlich höher ausgefallen. Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie ausgeprägt die reale Stärke des Edelmetallsektors im Jahr 2025 tatsächlich war.

Weissmetalle überflügeln Gold, Aktien und Kryptos

Besonders eindrucksvoll fiel jedoch die Performance der sogenannten Weissmetalle aus. Silber entwickelte sich 2025 mit einem Wertzuwachs von 118,0 Prozent geradezu explosiv und brach damit aus seinem mehrjährigen Seitwärtstrend fulminant aus: Aus 100.000 Euro wurden rund 228.000 Euro. Platin fehlte mit einer Preissteigerung von 93 Prozent nicht viel, um sich zu verdoppeln, während Palladium mit einem Zuwachs von 150 Prozent die beste Performance aller betrachteten Anlageklassen erzielte. Diese massive Outperformance der Weissmetalle stellte zweifellos eine der zentralen Besonderheiten des Anlagejahres 2025 dar.

Die Gründe für die aussergewöhnlich starke Entwicklung von Silber, Platin und Palladium waren vielschichtig. Anders als Gold haben diese Metalle einen hohen industriellen Nutzungsanteil. Silber wird bspw. in grossem Umfang in der Photovoltaik, der Elektronik und der Elektromobilität eingesetzt. Platin und Palladium spielen eine zentrale Rolle in der Automobilindustrie, insbesondere bei Katalysatoren, aber zunehmend auch in Zukunftstechnologien wie Wasserstoffanwendungen. Im Jahr 2025 traf eine robuste industrielle Nachfrage auf strukturelle Angebotsengpässe, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, Förderprobleme und eine jahrelange Unterinvestition in den Rohstoffsektor. Diese Kombination führte zu erheblichen Preissteigerungen, die sogar den Goldpreis – trotz seiner starken Performance – klar übertrafen.

„Digitales Gold“ kann nicht punkten

Besonders auffällig war 2025 aber auch die negative Entwicklung der Kryptowährungen. Bitcoin, der in zahlreichen Medien immer wieder als „digitales Gold“ bezeichnet wird, konnte diesem Anspruch im Jahr 2025 in keiner Weise gerecht werden. Aus den ursprünglich investierten 100.000 Euro wurden bis Ende 2025 lediglich 82.584 Euro, was einem Verlust von 17,4 Prozent entsprach. Noch schlechter entwickelte sich Ether, dessen Wert auf 78.467 Euro fiel – ein Minus von 21,5 Prozent. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass Bitcoin und Ether in einem Umfeld geopolitischer Krisen, realwirtschaftlicher Risiken und geldpolitischer Unsicherheiten nicht die Rolle eines stabilen Wertaufbewahrungsmittels einnehmen konnten. Während physische Edelmetalle von genau diesen Rahmenbedingungen profitierten, litten Kryptowährungen unter regulatorischen Unsicherheiten, Gewinnmitnahmen nach den Vorjahresgewinnen sowie einer zunehmenden Skepsis institutioneller Investoren.

Im Vergleich zu Bitcoin & Co. entwickelten sich die internationalen Aktienmärkte deutlich besser. Positiv überrascht hat vor allem die Performance des DAX (+23,0 Prozent). Aus einem 100.000-Euro-wurden nämlich innerhalb eines Jahres 123.000 Euro. Damit entwickelte sich der deutsche Leitindex deutlich besser als der Dow-Jones (-0,4 Prozent). Sowohl der Nasdaq-100 (+5,9 Prozent) als auch der MSCI World (+5,3 Prozent) konnten mit der „Performance Made in Germany“ nicht mithalten, wenngleich auch deutsche Blue Chips weit hinter der Wertentwicklung der Edelmetalle zurückblieben.

Verluste bei Anleihen und Rohöl

Besonders enttäuschend verlief das Jahr 2025 für Rohstoffe und Anleihen. Obwohl dieses durch diverse Exportprobleme in bedeutenden Förderländern (Russland, Venezuela und Iran) gekennzeichnet war, konnte der wichtigste Rohstoff der Welt nicht davon profitieren. Unter den zwölf analysierten Assets bildete Brent-Rohöl mit einem Verlust von über 25 Prozent das Schlusslicht und musste sogar höhere Verluste als die hochvolatilen Kryptos Bitcoin und Ether hinnehmen. Hauptverantwortlich für diesen Negativtrend waren eine schwächere globale Konjunktur sowie Angebotsausweitungen (vor allem durch Saudi-Arabien).

Auch Anleihen wurden – wie im Jahr zuvor – ihrer traditionelle Rolle als Stabilitätsanker nicht gerecht, schliesslich verlor der Bund-Future innerhalb eines Jahres 4,4 Prozent. Auf den ersten Blick mag dieses Minus nicht sonderlich hoch erscheinen, da festverzinsliche Wertpapiere in der Vergangenheit jedoch als wenig volatile und relativ sichere Investments galten, sollten Anleger dies als Warnzeichen interpretieren. Fazit: Selbst vermeintlich sichere Anlagen können in einem Umfeld struktureller Umbrüche unter Druck geraten. Aufgrund explodierender Schuldenberge und Haushaltsdefizite diesseits wie jenseits des Atlantiks sollte man sich über das sinkende Ansehen dieser Anlageklasse und deren schwache Performance daher nicht zu sehr wundern.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich im Anlagejahr 2025 eine hohe Portfolio-Edelmetallquote weniger als Stabilitätsanker, sondern vor allem als Renditetreiber erwiesen hat. Insgesamt macht die unten aufgeführte Tabelle deutlich, wie wichtig reale Sachwerte in einem Umfeld wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten sein können – selbst dann, wenn negative Wechselkursentwicklungen (Eurostärke) ihre Performance stark bremsen.

In Euro ermittelte Performance verschiedener Geldanlagen

Anlageklasse Investment Stand
31.12.2024
Stand
31.12.2025
Performance
Edelmetall Palladium 100.000,00 € 250.399,78 € 150,4%
Edelmetall Silber 100.000,00 € 217.953,32 € 118,0%
Edelmetall Platin 100.000,00 € 193.099,64 € 93,1%
Edelmetall Gold 100.000,00 € 144.875,16 € 44,9%
Aktien DAX 100.000,00 € 123.010,89 € 23,0%
Aktien Nasdaq-100 100.000,00 € 105.899,80 € 5,9%
Aktien MSCI World 100.000,00 € 105.299,73 € 5,3%
Aktien Dow-Jones 100.000,00 € 99.558,92 € -0,4%
Anleihen Bund-Future 100.000,00 € 95.558,72 € -4,4%
Kryptowährung Bitcoin 100.000,00 € 82.583,80 € -17,4%
Kryptowährung Ether 100.000,00 € 78.466,76 € -21,5%
Rohstoff Brent-Rohöl 100.000,00 € 74.765,41 € -25,2%

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