Zum Jahresende zeigt sich der Edelmetallmarkt in einer aussergewöhnlichen Verfassung. Gold und Silber haben 2025 neue Massstäbe gesetzt – mit teils historischen Kurssprüngen und einer Nachfrage, wie sie selbst erfahrene Marktteilnehmer nur selten erlebt haben. Gold erreichte sowohl in US-Dollar als auch in Euro mehrfach neue Allzeithochs und bestätigte damit eindrucksvoll seine Rolle als Wertanker in einem von hoher Staatsverschuldung, geopolitischen Spannungen und geldpolitischer Unsicherheit geprägten Umfeld. Silber übertraf diese Entwicklung sogar deutlich und entwickelte sich zum dynamischsten Edelmetall des Jahres.
Silber im Fokus: Hohe Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot
Besonders am Silbermarkt zeigt sich derzeit eine Konstellation, die für zusätzliche Spannung sorgt. Die physische Nachfrage ist enorm – in unseren Filialen und im Goldhaus entfällt aktuell rund drei Viertel der Käufe auf Silber. Gleichzeitig sind die Produktionskapazitäten begrenzt. Über die Feiertage waren viele Prägeanstalten und Raffinerien geschlossen, die Auftragsbücher sind seit Wochen voll. Physisches Silber ist daher nur eingeschränkt sofort verfügbar. Käufer sichern sich zwar die aktuellen Preise, müssen jedoch mit längeren Lieferzeiten rechnen. Solche Engpässe erinnern an frühere Phasen stark steigender Preise, etwa am Goldmarkt während der Corona-Pandemie. Entsprechend gefragt ist derzeit alles, was verfügbar ist: von klassischen Unzen-Silbermünzen über 100-Gramm-Barren bis hin zu grösseren Einheiten.
Bei Gold konzentriert sich die Nachfrage vor allem auf kleinere Stückelungen wie 10- und 20-Gramm-Barren sowie auf etablierte Unzen-Münzen. Das Marktbild ist eindeutig: Rund 80 Prozent der Kunden kaufen derzeit, etwa 20 Prozent verkaufen.
Das Weihnachtsgeschäft fiel in diesem Jahr besonders stark aus. Edelmetalle als Geschenk gewinnen seit Jahren an Bedeutung – 2025 war diese Tendenz besonders ausgeprägt. Gefragt waren vor allem kleine Goldbarren, Zehntel-Unzen-Münzen und klassische Silberanlagemünzen. Edelmetalle wurden dabei weniger als kurzfristiges Konsumgut verschenkt, sondern als wertbeständige Erinnerung mit langfristiger Perspektive.
Rückblick und Ausblick: Ein starkes Jahr und robuste Perspektiven
Insgesamt war 2025 für pro aurum ein sehr intensives Geschäftsjahr. Zu Jahresbeginn dominierten die Goldkäufe, ab Mai gewann der Verkauf an Bedeutung, da viele Anleger Gewinne realisierten. Zeitweise lag das Verhältnis zwischen An- und Verkauf bei 7 zu 3, im Jahresdurchschnitt bei etwa 4 zu 6. Zum Jahresende haben die Ankäufe weiter abgenommen, während die Verkäufe zunahmen – aktuell liegt das Verhältnis eher bei 2 zu 8. Parallel dazu hat die Nachfrage nach Silber zuletzt deutlich angezogen. Zudem belebte sich die Nachfrage nach Edelmetall-Sparplänen, da viele Anleger bewusst auf einen über die Zeit gemittelten Einstiegspreis setzen.
Ein starkes Comeback haben 2025 zudem Platin und Palladium hingelegt. Beide erhielten unter anderem Rückenwind durch politische Signale und veränderte Erwartungen in Europa sowie durch verbesserte Nachfrageperspektiven aus der Automobilindustrie.
Der Blick auf 2026 fällt trotz möglicher kurzfristiger Korrekturen insgesamt positiv aus. Zahlreiche Banken und Vermögensverwalter sehen Gold strukturell unterstützt – durch anhaltende Zentralbankkäufe, hohe Staatsverschuldung und den fortgesetzten Kaufkraftverlust von Papierwährungen. Kursmarken von 5.000 US-Dollar werden inzwischen offen diskutiert. Auch Silber dürfte angesichts seiner industriellen Bedeutung und der seit Jahren bestehenden Angebotsknappheit ein spannender Markt bleiben.
Für Platin und Palladium ist das Bild differenzierter: Platin gilt als strukturell robuster, da die Nachfrage breiter diversifiziert ist – von Katalysatoren über Schmuck, Chemie und Medizin bis hin zu Wasserstofftechnologien. Palladium ist stärker vom Automobilsektor abhängig und entsprechend volatiler. Hinzu kommen Angebotsrisiken, da beide Metalle überwiegend in geopolitisch sensiblen Förderländern gewonnen werden.
Aus Sicht von Robert Hartmann, Mitgründer von pro aurum, bleibt der übergeordnete Trend bei Edelmetallen intakt. Verschnaufpausen seien möglich, doch solange Staaten weiter auf Pump leben und Kaufkraft gezielt entwertet werde, sprächen die strukturellen Argumente klar für Sachwerte. Das Jahr 2025 hat dies eindrucksvoll bestätigt – und vieles deutet darauf hin, dass Edelmetalle auch 2026 eine zentrale Rolle beim langfristigen Vermögensschutz spielen werden.
Bildnachweis: Barriography
Bildnummer: 1857414181
Bildquelle: istockphoto.com / Composing: pro aurum
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