Der Goldpreis macht da weiter, wo er 2025 aufgehört hat und erzielt neue Rekorde wie am Fliessband. Im Januar überwand er zeitweise sogar die Marke von 5.500 Dollar und weist trotz einsetzender Gewinnmitnahmen ein Monatsplus von fast 19 Prozent aus (Stand: 30.01.2026).

Goldpreis mit „Vollgas“ über 5.000 Dollar

Die im Januar veröffentlichte Umfrage der London Bullion Market Association (LBMA) hinsichtlich der Perspektiven von Gold, Silber, Platin und Palladium für das Jahr 2026 zeichnet sich durch einen anhaltend starken Optimismus aus. Sie bündelt die Erwartungen internationaler Edelmetallexperten und Marktstrategen und fungiert als wichtige Orientierung für institutionelle und private Anleger. Für das Jahr 2026 gehen die befragten Experten mehrheitlich davon aus, dass die vier Edelmetalle weiter an Wert gewinnen werden.

Im Konsens erwarten sie bspw. einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.742 Dollar. Damit läge das erwartete Jahresmittel rund 38 Prozent über dem Durchschnittspreis des Jahres 2025. Besonders auffällig ist die grosse Bandbreite der Prognosen, die einerseits die Unsicherheit und andererseits aber auch das erhebliche Kurspotenzial des Goldmarktes widerspiegelt. Die Erwartungen für die potenziellen Jahrestiefs und -hochs lagen zwischen 3.450 und 7.150 Dollar, was zweifellos eine aussergewöhnlich breite Range von über 100 Prozent darstellt.

Die optimistischste Einschätzung stammt von Julia Du (ICBC Standard Bank). Sie rechnet für 2026 mit einem durchschnittlichen Goldpreis von rund 6.050 Dollar. In ihrem Szenario könnte Gold im Jahresverlauf zeitweise sogar auf bis zu 7.150 Dollar steigen, während das mögliche Jahrestief bei etwa 4.100 US-Dollar gesehen wird. Am pessimistischsten fällt dagegen die Einschätzung von Robin Bhar (Robin Bhar Metals Consulting) aus. Er prognostiziert einen durchschnittlichen Goldpreis von etwa 4.000 Dollar, bei einer Handelsspanne zwischen 3.500 und 5.000 Dollar.

Übrigens: Bei den Weissmetallen Silber (+98,8 Prozent), Platin (+74,3 Prozent) und Palladium (+51,3 Prozent) wird mit einem noch stärkeren Anstieg der jeweiligen Durchschnittspreise für 2026 gerechnet.

„Harte Worte“ von Robert Hartmann

Robert Hartmann, der erfahrene Edelmetallprofi und Mitgründer von pro aurum, ist kein Freund von konkreten Prognosen und erklärt: „Ich sage es schon seit mehr als 20 Jahren und werde mich auch in Zukunft daran halten: Es ziemt sich für einen Edelmetallhändler nicht, irgendwelche Kursziele zu veröffentlichen.“ Er sehe dessen Aufgabe vielmehr darin, den Anlegern die Vorteile der Anlageklasse Edelmetalle gegenüber anderen Anlageklassen zu erklären. Er weist zudem darauf hin, dass pro aurum dies seit Tag 1 der Gründung im Jahr 2003 tue und sagt: „Es freut mich für alle unsere Kunden, die unseren Empfehlungen in all den Jahren gefolgt sind. Nun ernten sie die Früchte für die getroffenen Entscheidungen und ihr Durchhaltevermögen.“

Zugleich merkt er folgendes an und meint: „Wenn ich mich recht erinnere, hat niemand dieser Analysten auch nur annähernd die Entwicklung der Gold- und Silberpreise für das Jahr 2025 richtig prognostiziert. Und das ist auch verständlich. Wer im Januar eine Silber-Performance von 160 Prozent für das Jahr 2025 in Aussicht gestellt hätte, wäre sicherlich, als Träumer klassifiziert worden.“

Der Edelmetallexperte geht davon, dass wir gegenwärtig eine neue Ära erleben: Wenn Gold spricht, dann schweigt bekanntlich die Welt. Vielleicht mache es weniger Sinn, sich den Preis der Edelmetalle in Euro und US-Dollar anzusehen und ihn stattdessen im Verhältnis zu den anderen Anlageklassen zu betrachten. Hier erkenne man beispielsweise, dass der Goldpreis im Verhältnis zum Dow-Jones in der Vergangenheit markante Hochpunkte bei Werten zwischen 1 und 2 ausgeprägt hat. Er zieht daraus folgendes Fazit und sagt: „Bei einem aktuellen Wert des Dow Jones von rund 49.000 Zählern würde dies implizieren, dass der Goldpreis noch viel Luft nach oben hat oder die US-Aktien einer massiven Korrektur entgegensehen – oder eventuell ein bisschen was von beidem.“

Politische Kaufargumente en masse

Gegenwärtig hat man den Eindruck, dass politische Kaufargumente für die anhaltende Rekordfahrt der Krisenwährung hauptverantwortlich sind. Und dies ist zweifellos richtig, schliesslich sprechen derzeit finanzpolitische, haushaltspolitische, handelspolitische, geldpolitische, geopolitische und allgemeinpolitische Entwicklungen eindeutig für den Kauf von Gold. Und bei den Diskussionen darüber fällt immer wieder ein Name: Donald Trump. Seine Drohungen und Entscheidungen beeinflussen weiterhin die globalen Finanzmärkte – und damit auch den Goldpreis. Zölle, militärische Aktionen und Drohgebärden sowie sein Auftreten gegenüber inländischen Institutionen wie der US-Notenbank Fed oder auf internationalen Veranstaltungen (Weltwirtschaftsforum in Davos) haben die Goldrally zweifellos beschleunigt und man hat den Eindruck, dass Trump so langsam aber sicher die Kontrolle verliert und immer unberechenbarer wird. Und daran dürften sich aller Voraussicht nach auch die vor dem Monatsultimo zu beobachtende – zweifellos hohen Tagesverluste von in der Spitze 4,8 Prozent bei Gold und 7,5 Prozent bei Silber – nichts ändern.

Robert Hartmann merkt in diesem Zusammenhang an, dass im Fachjargon unter Händlern häufig zu hören sei: Politische Börsen haben kurze Beine. Er relativiert diese Behauptung und sagt: „Kurzfristig kann es zu erratischen Bewegungen an den Finanzmärkten kommen, was bei früheren Äusserungen Donald Trumps ja auch häufig der Fall war. Mittel- bis langfristig sehe ich da aber wenig Einfluss einer einzelnen Person, auch wenn es derzeit die mächtigste der Welt ist.“

Aktuelle Hinweise zum Gold und Silberhandel bei pro aurum

In unseren Filialen und im pro aurum Goldhaus verzeichnen wir weiterhin ein aussergewöhnlich hohes Kundenaufkommen. Entgegen mancher Erwartungen wird der Markt derzeit nicht von Verkäufen, sondern klar von der Nachfrage geprägt. Rund 80 Prozent unserer Kundschaft kauft, lediglich etwa 20 Prozent nutzen das erhöhte Preisniveau für Verkäufe. Im Januar lag das Handelsvolumen bei Gold rund 20 Prozent über dem Vorjahresniveau, während sich bei Silber eine Verdreifachung der gehandelten Menge zu beobachten war. Bei den meisten Verkäufen werden Edelmetalle nicht grundsätzlich infrage gestellt, sondern weiterhin als langfristiger Bestandteil des Portfolios betrachtet. In der Regel handelt es sich dabei um Teilverkäufe, deren Erlöse der Finanzierung grösserer Anschaffungen oder der Anpassung der Vermögensstruktur im Rahmen eines Rebalancings dienen.

Erhebliche Einschränkungen gibt es derzeit allerdings bei der Verfügbarkeit und den Lieferzeiten. Bei Goldmünzen zeigt sich die Marktlage insgesamt stabil und man kann aus einem breiten Sortiment auswählen. Auch bei Goldbarren hat sich die Verfügbarkeit zuletzt spürbar verbessert. Bei Silbermünzen sind einige gängige Produkte wie der Silber-Philharmoniker oder der Silber-Känguru aktuell direkt lieferbar. Anders stellt sich die Situation bei Silberbarren dar: Gegossene Barren ab einem Kilogramm weisen teilweise Lieferzeiten von mehreren Wochen auf, während geprägte Silberbarren unter einem Kilogramm derzeit nur sehr eingeschränkt verfügbar sind.

Wichtig zu wissen: Grundsätzlich ist bei Onlinebestellungen mit verlängerten Lieferzeiten zu rechnen, da das aktuell sehr hohe Bestellaufkommen zu Verzögerungen in der Abwicklung führen kann. Bei persönlichen Filialbesuchen kann es indes aufgrund der erhöhten Kundenfrequenz zu Wartezeiten von ein bis zwei Stunden kommen.

Physischer Handel versus Papierhandel

Derzeit wird an den Märkten verstärkt über sogenanntes Papiergold und Papiersilber diskutiert – also Derivate wie Futures, Optionen oder Zertifikate, die den Preis von Gold und Silber abbilden, ohne dass physisches Metall tatsächlich bewegt oder gelagert geschweige denn besessen wird. Kritiker warnen, dass diese Produkte die tatsächliche Knappheit am physischen Markt verschleiern und eine Diskrepanz zwischen Papierpreisen und realen Spotpreisen erzeugen können. Gerade bei Silber wird deutlich, dass an den Kassamärkten (insbesondere in China) häufig deutlich höhere Preise gezahlt werden als an der Terminbörse, was eigentlich untypisch ist. In funktionierenden Märkten sollten die Futures-Preise normalerweise über dem Spot liegen.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass an Terminbörsen oft vielfache Kontraktvolumina existieren, die bei weitem die tatsächlich verfügbaren Bestände übersteigen. Das schafft ein Gefühl der hohen Liquidität, kann aber im Krisenfall zu Lieferengpässen und massiven Prämien am physischen Markt führen. Die starke Rally bei Gold und Silber, kombiniert mit hohen offenen Futures-Positionen, hat Marktbeobachter und Anleger in den vergangenen Monaten alarmiert, da Papierkontrakte bei extremen Preisbewegungen nicht immer 1:1 in physisches Metall umgewandelt werden können.

Befürworter argumentieren hingegen, dass Derivate für die Preisfindung, Liquidität und Absicherung wichtig sind – ohne sie wären die Märkte weniger effizient. Dennoch steht die Frage im Raum, ob der derzeitige Umfang an Papiergold und Papiersilber noch gesund für die Preisstabilität ist. Die Diskussion gewinnt an Fahrt, weil physische Lieferprobleme und stark divergierende Preise zwischen Spot und Futures die Risiken der Papiermärkte deutlicher machen als in ruhigeren Zeiten.

Edelmetallexperte Hartmann zeigt sich in diesem Zusammenhang relativ objektiv und erklärt: „Ich war schon immer der Meinung, dass beide Formen von Edelmetallinvestments ihre Berechtigung haben und stets dazu geraten, sich zunächst mit physischen Edelmetallen einzudecken, wobei diese einen Anteil zwischen 5 und 20 Prozent des Portfolios einnehmen sollten.“ Die Hausmeinung von pro aurum legt seit vielen Jahren übrigens eine Aufteilung von 80 Prozent in Gold und 20 Prozent in Silber nahe. Darüber hinaus bieten sich laut Robert Hartmann aber auch börsennotierte Produkte wie beispielsweise Xetra-Gold an. Insbesondere dann, wenn der Anlagehorizont kürzer als fünf Jahre ist. Die Transaktionsgebühren sind hier geringer und im Falle eines Falles kann man sich die physische Ware auch ausliefern lassen.

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

Bei der von pro aurum im Internet durchgeführten Edelmetall-Stimmungsumfrage hat sich die Zahl der Teilnehmer im Januar von 174 auf 1.053 Personen vervielfacht. Im Zuge der rasanten Rekordfahrt des Goldpreises gab es unter den Befragten eine nachlassende Kaufbereitschaft zu beobachten. Gegenüber Dezember hat sich diese nämlich von 56,9 auf 44,6 Prozent reduziert. Mit dem Anteil derjenigen, die eine abwartende Haltung einnehmen, ging es indes stark nach oben. Hier stellte sich auf Monatssicht ein Zuwachs von 31,0 auf 41,8 Prozent ein. Besonders interessant: Die Verkaufsbereitschaft legte im Berichtszeitraum lediglich von 12,1 auf 13,6 Prozent zu.

Goldreport 01/26: Fulminanter und turbulenter Start ins Jahr 2026 gelungen

Hinsichtlich der Frage zur aktuellen Bewertung der Edelmetallpreise sind im Januar keine sonderlich starken Veränderungen registriert worden. Als unterbewertet werden die Edelmetallpreise derzeit von 23,9 Prozent (Dezember: 20,9 Prozent) der Befragten eingestuft. Eine faire Bewertung sehen 51,4 Prozent der Umfrageteilnehmer, nachdem ihr Anteil im Dezember bei 55,2 Prozent lag. Im Januar waren 24,7 Prozent der Anleger der Meinung, dass die Edelmetallpreise gegenwärtig als überbewertet anzusehen sind (Vormonat: 23,9 Prozent).

Goldreport 01/26: Fulminanter und turbulenter Start ins Jahr 2026 gelungen

Befragt nach der künftigen Preisentwicklung der Edelmetalle in den kommenden drei Monaten hat der Umstand überrascht, dass sich der Optimismus im Januar weiter verstärkt hat, von 58,4 Prozent im Dezember auf nunmehr 65,6 Prozent. Die Einschätzung, dass die Edelmetallpreise seitwärts tendieren werden, hat hingegen nachgelassen. Hier stellte sich gegenüber dem Vormonat ein Rückgang der Quote von 30,1 auf 24,1 Prozent ein. Fallende Edelmetallpreise werden weiterhin als relativ unwahrscheinlich eingestuft und lediglich von einer Minderheit von 10,3 Prozent der Befragten (Dezember: 11,5 Prozent) erwartet.

Goldreport 01/26: Fulminanter und turbulenter Start ins Jahr 2026 gelungen

Bildnachweis: johan63
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Bildquelle: istockphoto.com


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