Die Edelmetallmärkte haben innerhalb weniger Tage eine aussergewöhnliche Dynamik gezeigt. Auf eine der heftigsten kurzfristigen Korrekturen der vergangenen Jahrzehnte folgte eine ebenso schnelle und kräftige Erholung bei Gold und Silber. Umso wichtiger ist es, die Ereignisse sachlich einzuordnen und zwischen kurzfristiger Markttechnik und langfristigen Fundamentaldaten zu unterscheiden.

Warum Gold und Silber zuletzt so stark korrigierten

Auslöser der abrupten Abwärtsbewegung war vor allem eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen in den USA. Signale, die auf eine restriktivere Ausrichtung der US-Notenbank hindeuteten, führten zu einem deutlich stärkeren US-Dollar. Gleichzeitig wurden Zinssenkungserwartungen zurückgenommen. Beides wirkt kurzfristig belastend auf Edelmetalle, da Gold und Silber keine laufenden Erträge abwerfen und international in US-Dollar gehandelt werden.

Hinzu kam eine ausgeprägte spekulative Komponente. Nach der zuvor aussergewöhnlich starken Rally waren viele Marktteilnehmer hoch positioniert, teilweise mit kreditfinanzierten Engagements. Als die Preise zu fallen begannen, kam es zu Margin Calls und Zwangsverkäufen. Diese technisch bedingten Verkäufe verstärkten den Abwärtsdruck erheblich und lösten eine Abwärtsspirale aus. Gewinnmitnahmen nach zuvor erreichten Rekordständen beschleunigten die Bewegung zusätzlich. Entscheidend ist dabei: An den grundlegenden makroökonomischen Rahmenbedingungen hatte sich wenig geändert – die Korrektur war in erster Linie das Ergebnis von Marktmechanik und Übertreibungsabbau.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass solche Bewegungen kein Ausnahmefall sind. Gold verlor im Zuge der Finanzkrise 2008 zeitweise mehr als zwanzig Prozent. Im April 2013 kam es innerhalb von zwei Handelstagen zu einem Rückgang von rund fünfzehn Prozent. Silber reagierte historisch noch volatiler und brach im Frühjahr 2011 innerhalb weniger Tage um mehr als dreissig Prozent ein. Solche Beispiele verdeutlichen, dass starke Rücksetzer Teil eines funktionierenden, wenn auch emotional geprägten Marktes sind.

Warum sich Gold und Silber nun so schnell erholt haben

Die anschliessende Erholungsbewegung ist vor allem als Gegenreaktion auf diese Übertreibung zu verstehen. Nach dem abrupten Abverkauf kehrten sogenannte Dip-Käufer in den Markt zurück und nutzten die deutlich niedrigeren Preise als Einstiegschance. Gleichzeitig mussten Marktteilnehmer, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hatten, ihre Short-Positionen schliessen. Diese Rückkäufe wirkten wie ein zusätzlicher Beschleuniger für die Aufwärtsbewegung.

Unterstützt wurde die Erholung zudem durch eine erneute Schwäche des US-Dollars. Politische Spannungen und Unsicherheiten rund um die geldpolitische Unabhängigkeit der Notenbank führten zu starken Schwankungen an den Devisenmärkten. Ein schwächerer Dollar verbessert die Kaufkraft internationaler Investoren und stützt die Nachfrage nach Edelmetallen. Zudem blieb das fundamentale Umfeld unverändert herausfordernd: hohe Staatsverschuldung, geopolitische Spannungen und anhaltende Zweifel an der langfristigen Stabilität von Währungen sprechen weiterhin für Gold als strategischen Absicherungsbaustein. Silber profitiert darüber hinaus von seiner Doppelfunktion als monetäres Edelmetall und industriell stark nachgefragter Rohstoff.

Es zeigt sich immer wieder: Gold ist ein strategischer Vermögensbaustein, aber kein Einbahnstrassen-Investment. Phasen der Konsolidierung oder auch stärkere Rücksetzer sind nach aussergewöhnlichen Rallys nicht ungewöhnlich und kein Zeichen nachlassender Bedeutung von Edelmetallen, sondern Teil eines funktionierenden Marktes.

Viele Kundinnen und Kunden haben in den vergangenen Wochen ein Rebalancing vorgenommen. Dabei geht es darum, die ursprüngliche Gewichtung innerhalb des Edelmetall- oder Gesamtportfolios zu überprüfen und gegebenenfalls wiederherzustellen. Auf diese Weise lassen sich Risiken steuern und die langfristige Vermögensstruktur stabil halten.

Für Anlegerinnen und Anleger, die nicht auf einzelne Einstiegszeitpunkte setzen möchten, kann ein Goldsparplan eine sinnvolle Ergänzung sein. Durch regelmässige Investitionen zu festen Beträgen werden über einen längeren Zeitraum hinweg schrittweise physische Edelmetalle aufgebaut. Die Käufe erfolgen dabei zu unterschiedlichen Preisniveaus, sodass sich über die Zeit ein geglätteter durchschnittlicher Einstiegspreis ergibt – häufig auch als Mischpreis bezeichnet. Dieser Mechanismus wird als Cost-Average-Effekt beschrieben.

Hinweise zur Bestellabwicklung bei pro aurum

Auch in den kommenden Tagen rechnen wir im pro aurum Goldhaus sowie in unseren Filialen mit einem deutlich erhöhten Kundenaufkommen. Trotz des ausserordentlich hohen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von pro aurum kann es infolge der aktuell sehr hohen Nachfrage vorübergehend zu längeren Wartezeiten kommen.

Online-Bestellungen sind grundsätzlich der bequemste Weg, Preise zu fixieren. Aufgrund aussergewöhnlich hoher Ordermengen über den pro aurum-Shop kann die Abwicklung derzeit jedoch ebenfalls bis zu zehn Werktage in Anspruch nehmen.

Bestellungen per E-Mail oder Fax können aktuell nicht bearbeitet werden. Für Transaktionen bitten wir darum, unseren Online-Shop zu nutzen oder sich direkt an eine unserer Filialen zu wenden.

Bildquelle: Composing pro aurum


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