Gold steht für Sicherheit, Platin für Hightech – und Silber? Silber ist beides: historisches Geld- und modernes Industriemetall. Ohne Silber liefe ein grosser Teil unserer digitalen und „grünen“ Infrastruktur nicht: Photovoltaik, Elektronik, Halbleiter, E-Mobilität, Medizintechnik. Gleichzeitig ist der globale Silbermarkt im Vergleich zu Gold klein – und dadurch weniger liquide, dynamisch und sehr volatil.

Wer Silber versteht, erkennt ein Metall, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Weltwirtschaft verbindet.

Häufig gestellte Fragen zu Silber

  1. Warum gilt Silber als klassisches Geld- und Wertmetall?
    Silber wurde über Jahrtausende als Zahlungsmittel verwendet – in fast allen grossen Kulturen. Bis heute erfreuen sich Anlagemünzen und -barren grosser Beliebtheit, weil Silber knapp, weltweit anerkannt und nicht beliebig vermehrbar ist.
  2. Worin unterscheidet sich Silber von Gold – vor allem bei der Nachfrage?
    Bei Gold ist die Nachfrage stark an die Segmente Geldanlage und Schmuck gekoppelt. Silber hingegen wird mehrheitlich industriell genutzt. Dadurch ist Silber deutlich sensibler gegenüber Konjunktur- und Technologietrends.
  3. Wofür wird Silber im Alltag genutzt?
    Silber steckt in Smartphones, Computern, Sensoren, Steckverbindern, Notebooks und TV-Geräten u. v. m. Es sorgt für eine zuverlässige Signal- und Energieübertragung. Vieles davon sehen wir nie – ohne Silber würde es aber nicht funktionieren.
  4. Stimmt es, dass Silber das leitfähigste Metall ist?
    Ja. Silber besitzt von allen Metallen die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit. Deshalb ist es in Hightech-Komponenten, Leistungselektronik und Hochfrequenztechnik eine unverzichtbare Standardkomponente.
  5. Welche Rolle spielt Silber für die Energiewende – vor allem in der Solarindustrie?
    Silber ist essenziell für Solarzellen. Es wird für die Kontaktbahnen benötigt, die den erzeugten Strom ableiten. Der Photovoltaiksektor zählt zu den grössten Nachfragern – und wächst rasant. Ausserdem kommt Silber dank seiner guten Reflexionseigenschaft auch bei Spiegeln für solarthermische Kraftwerke und Reflektoren in Solarthermie-Kollektoren zum Einsatz.
  6. Warum spricht man bei Silber von strukturellen Angebotsdefiziten?
    Die globale Nachfrage übersteigt seit Jahren das jährliche Angebot. Gleichzeitig sinken die verfügbaren Lagerbestände. Die Industrie benötigt immer mehr Silber – das Angebot hält mit dem Nachfrageboom nicht mehr Schritt.
  7. Wo wird Silber gefördert – und warum ist das wichtig?
    Der Grossteil der Produktion stammt aus Mexiko, China, Peru, Bolivien und Chile. Rund zwei Drittel des Silbers fallen als Nebenprodukt anderer Metalle an. Dadurch lässt sich das Angebot kaum durch den Silberpreis steuern.
  8. Was bedeutet „Nebenprodukt“ – und warum ist das für Anleger interessant?
    Weil der Grossteil des Silbers nicht in Hauptminen gewonnen wird, ist das Angebot kurzfristig relativ starr. Selbst bei steigenden Preisen wird kaum zusätzlich gefördert. Angebotsdefizite können also bestehen bleiben – mit entsprechendem Preispotenzial. Im Zeitraum von 2016 bis 2015 pendelte die globale Silbernachfrage laut Silver Institute in einer engen Bandbreite zwischen 30.291 (2020) und 32.885 Tonnen (2016).
  9. Wird Silber recycelt – und wie stark?
    Es wird recycelt, aber viel weniger als Gold. In vielen Anwendungen befindet sich Silber in Kleinstmengen, die wirtschaftlich kaum zurückzugewinnen sind. Dadurch geht ein erheblicher Teil dauerhaft verloren.
  10. Hat Silber antibakterielle Eigenschaften – und wofür nutzt man sie?
    Ja. Silberionen hemmen das Bakterienwachstum und werden deshalb in Wundauflagen, Implantaten, Kathetern, Textilien und Wasserfiltern eingesetzt. In der Medizin zählt Silber zu den zuverlässigsten keimhemmenden Materialien.
  11. Welche Rolle spielt Silber konkret in Elektroautos und Batterien?
    E-Autos benötigen mehr Silber als Verbrenner, bspw. in der Leistungselektronik sowie in Ladesystemen und Bordnetzen. Auch im Bereich der Batterietechnologie wächst die Bedeutung hochleitfähiger Silberverbindungen.
  12. Wird Silber auch im 3D-Druck eingesetzt?
    Ja. Silber eignet sich hervorragend für additive Fertigungsverfahren, etwa bei Uhren- und Schmuckkomponenten oder filigranen technischen Bauteilen – zunehmend auch im Gesundheitssektor. Dieser Sektor gilt mit Blick auf die nachgefragte Menge aber lediglich als Nischensegment.
  13. Wie gross ist der Silbermarkt im Vergleich zu Gold?
    Deutlich kleiner – sowohl beim jährlichen Handelsvolumen als auch beim Gesamtwert der verfügbaren Bestände. Diese geringe Marktgrösse verstärkt Preisausschläge bei neuen Nachfrageimpulsen. Deshalb weist Silber gegenüber Gold eine deutlich höhere Kursschwankungsintensität (Volatilität) auf.
  14. Warum schwankt der Silberpreis stärker als der Goldpreis?
    Silber reagiert doppelt: auf Anlegerstimmung und auf die Industrieentwicklung. In Wachstumsphasen kann es Gold stark outperformen, in Abschwungphasen fällt es dagegen kräftiger. Dieser Hebel macht es spannend, aber auch volatiler. Ausserdem übertreffen die an der Comex gehandelten Gold-Futures – gemessen am Wert der Zahl offener Kontrakte (Open Interest) – die Silber-Futures in etwa um das Vierfache.
  15. Warum ist Silber für Anleger heute interessant?
    Silber vereint Wertaufbewahrung mit Zukunftstechnologien. Industriewachstum, Angebotsknappheit und ein vergleichsweise kleines Marktvolumen sprechen dafür, dass Silber langfristig ein starkes Renditepotenzial haben könnte.

Fazit: Obwohl Silber in der Erdkruste um ein Vielfaches häufiger vorkommt als die Edelmetalle Gold, Platin und Palladium, heisst dies keineswegs, dass es dadurch an Attraktivität einbüsst. In vielen Zukunftstechnologien wird es nämlich immer gefragter. Für Anleger werden dadurch zwei Eigenschaften miteinander kombiniert – wertvolle Substanz plus eine attraktive Perspektive.

Bildnachweis: peterschreiber.media
Bildnummer: 1390244630
Bildquelle: www.istockphoto.com


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