Der Silbermarkt erlebt derzeit eine Dynamik, wie sie selbst langjährige Marktbeobachter nur selten gesehen haben. Der Spotpreis kletterte zuletzt auf rund 58,84 US-Dollar je Unze – ein neues Allzeithoch. Binnen eines Jahres hat sich Silber damit nahezu verdoppelt. Bemerkenswert: Diese Rally findet in einem wirtschaftlichen Umfeld statt, das eigentlich Gegenwind für ein Industrie­edelmetall bedeuten müsste. Doch die Preistreiber sind so fundamental wie vielfältig – und sie wirken gleichzeitig.

Ein wesentlicher Faktor ist die strukturelle Angebotsknappheit. Der Markt zählt seit Jahren zu den Defizitmärkten, doch 2025 haben sich die Engpässe verschärft. Eine massive Umlagerung von physischem Silber nach London sorgte zeitweise für regionale Verfügbarkeitsprobleme; die Leihkosten schnellten nach oben – ein klares Zeichen angespannter Liquidität. Zwar trafen zuletzt rund 54 Millionen Unzen in London ein, doch der globale Markt bleibt unterversorgt. Die dünne Marktstruktur führt dazu, dass selbst kleine Kaufimpulse überproportionale Preisbewegungen auslösen.

ETF-Zuflüsse wirken als zusätzlicher Beschleuniger

Parallel dazu steigt die industrielle Nachfrage stärker als erwartet. Besonders die Solarbranche ist zum Motor der Rally geworden. Während sie 2015 nur sechs Prozent der weltweiten Silbernachfrage stellte, dürfte ihr Anteil 2025 auf rund 17 Prozent gestiegen sein – mehr als 190 Millionen Unzen. Auch die Elektronik- und Batterieindustrie sorgt für zusätzlichen Bedarf. Analysten sprechen inzwischen von einem realwirtschaftlichen Fundament, das die Preisentwicklung weitgehend trägt und die klassischen Konjunkturabhängigkeiten überlagert.

Auch von Anlegerseite kommt zusätzliche Nachfrage. Silbergedeckte ETCs verzeichneten in diesem Jahr deutliche Zuflüsse; bis Ende November kauften die Manager dieser Produkte mehr als 110 Millionen Unzen. Diese zusätzlichen Bestände erhöhen den Druck auf einen Markt, der bereits durch strukturelle Angebotsengpässe gekennzeichnet ist, und tragen dazu bei, dass Preisbewegungen stärker ausfallen.

Hinzu kommt das geldpolitische Umfeld: Die Aussicht auf Zinssenkungen in den USA erhöht die Attraktivität unverzinslicher Anlagen, insbesondere von Edelmetallen. Für Silber entsteht damit ein doppelter Rückenwind – geldpolitisch und industriell.

Was bedeutet das für Anleger?

Silber hat sich 2025 vom „kleinen Bruder des Goldes“ zum eigenständigen Marktphänomen entwickelt. Die aktuelle Rally basiert nicht auf kurzfristiger Spekulation, sondern auf tiefen strukturellen Kräften: Angebotsdefiziten, technologischem Wandel und einem wachsenden globalen Investmentinteresse. Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig für starke Schwankungen. Die Kombination aus enger Liquidität und hoher Nachfrage kann zu schnellen Ausschlägen führen – nach oben wie nach unten.

Für langfristig orientierte Anleger eröffnet die aktuelle Marktphase jedoch interessante Perspektiven: Silber profitiert von globalen Zukunftstrends und einer industriellen Transformation, die weit über das Jahr 2025 hinausreicht. Wer auf Diversifikation und reale Werte setzt, findet in Silber eine spannende Ergänzung zu Gold – mit eigenem Charakter und eigenem Potenzial.

Bildquelle: pro aurum


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