Der Silbermarkt hat eine historische Marke erreicht: 100 US-Dollar je Feinunze. Was lange als ambitioniertes Szenario galt, ist Realität geworden. Der Schritt in den dreistelligen Preisbereich markiert nicht nur ein neues Allzeithoch, sondern unterstreicht die wachsende Bedeutung von Silber im aktuellen Marktumfeld. Und für Anleger ist das neben dem Anlass zur Freude über die erreichten Kursgewinne vor allem ein Moment der Einordnung – und der strategischen Betrachtung des Edelmetalls.

Silber hat bereits 2025 aussergewöhnlich stark zugelegt und Gold deutlich hinter sich gelassen. Damit wurde ein jahrzehntealter Rekord gebrochen. Die jüngste Entwicklung ist kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen auf der Nachfrage- und Angebotsseite. Anders als Gold ist Silber nicht nur Wertspeicher, sondern zugleich ein zentraler industrieller Rohstoff – und genau diese Doppelrolle verleiht dem Markt seine Dynamik.

Industrielle Nachfrage als struktureller Treiber

Ein wesentlicher Preistreiber ist die hohe industrielle Nachfrage. Silber besitzt die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle und ist deshalb unverzichtbar für Elektronik, Medizintechnik und insbesondere für Zukunftstechnologien. In der Photovoltaik ist Silber heute ein zentraler Bestandteil nahezu jeder Solarzelle, auch in der Elektromobilität steigt der Bedarf kontinuierlich. Hinzu kommen Anwendungen in Smartphones, Computern und industriellen Steuerungssystemen.

Diese Entwicklung hat Silber vom klassischen Edelmetall zunehmend zu einem strategisch relevanten Rohstoff gemacht. Entsprechend wurde es zuletzt auch von US-Behörden als kritisches Mineral eingestuft – ein Hinweis darauf, wie wichtig stabile Lieferketten und ausreichende Verfügbarkeit für moderne Volkswirtschaften geworden sind. Gleichzeitig zeigt sich seit mehreren Jahren ein strukturelles Angebotsdefizit: Weltweit wird weniger Silber gefördert und recycelt, als Industrie und Anleger nachfragen.

Hohe Preise, starke Nachfrage und begrenzte Verfügbarkeit

Der Silbermarkt ist jedoch deutlich kleiner und weniger liquide als der Goldmarkt. Das führt zu stärkeren Preisbewegungen, die sowohl Chancen als auch Schwankungen mit sich bringen. Kurzfristige Rücksetzer gehören bei Silber ebenso zum Marktbild wie dynamische Anstiege. Historisch betrachtet ist diese Volatilität kein Ausnahmezustand, sondern Teil des Charakters des Metalls. Für Anleger bedeutet das: Silber bietet langfristig interessante Perspektiven, erfordert aber eine bewusste Gewichtung im Portfolio. Als Ergänzung zu Gold kann es Renditechancen eröffnen, sollte jedoch stets in eine ausgewogene Vermögensstruktur eingebettet sein.

Gerade Anlegerinnen und Anleger, die Silber bereits zu deutlich niedrigeren Preisen erworben haben – etwa im Bereich von 10 oder 20 Euro je Feinunze – blicken heute auf sehr hohe Buchgewinne. In solchen Fällen kann der Silberanteil im Portfolio inzwischen grösser sein, als ursprünglich geplant oder aus Risikosicht sinnvoll ist. Ein gezieltes Rebalancing, also das bewusste Reduzieren einzelner Positionen zugunsten einer ausgewogeneren Struktur, kann helfen, Risiken zu steuern, die individuelle Risikotragfähigkeit wiederherzustellen und nach einer Haltefrist von mehr als einem Jahr steuerfreie Gewinne zu sichern. Dabei geht es nicht darum, Silber infrage zu stellen, sondern Gewinne zu realisieren und das Edelmetall weiterhin sinnvoll und langfristig in die Vermögensstruktur einzubetten.

Parallel zur Preisentwicklung ist die physische Marktlage derzeit angespannt. Die hohe Nachfrage trifft bei Silber, ebenso wie bei Platin und Palladium, auf begrenzte Produktionskapazitäten. Geprägte Silberbarren sind aktuell kaum verfügbar, gegossene Silberbarren ab einem Kilogramm weisen längere Lieferzeiten auf (hier erfahren Sie mehr zur Verfügbarkeit von Edelmetallprodukten bei pro aurum und zu den Lieferzeiten).

Der Sprung auf 100 US-Dollar je Feinunze markiert keinen Endpunkt, sondern einen neuen Referenzwert. Silber bleibt ein Edelmetall mit Substanz, strategischer Bedeutung und langfristigem Potenzial – vorausgesetzt, es wird mit Weitblick, Struktur und realistischer Erwartungshaltung eingesetzt.

Hinweis zur Lagerung von Weissmetallen wie Silber, Platin und Palladium: Das Schweizer Zollfreilager von pro aurum bietet insbesondere für Weissmetalle einen entscheidenden Vorteil: Beim Kauf und der Lagerung von Silber, Platin und Palladium fällt keine Mehrwertsteuer an, solange die Edelmetalle im Zollfreilager verbleiben. Erst bei einer physischen Auslieferung oder Abholung wird diese fällig. Die eingelagerten Metalle bleiben vollständig im Eigentum der Anleger, werden als insolvenzgeschütztes Sondervermögen verwahrt und an einem der sichersten Finanzplätze der Welt ausserhalb der EU gelagert.

Bildquelle: pro aurum


Immer aktuell informiert: Folgen Sie pro aurum

So verpassen Sie nichts mehr! Informationen und Chartanalysen, Gold– und Silber-News, Marktberichte, sowie unsere Rabattaktionen und Veranstaltungen.
Facebook | Instagram | LinkedIn | Twitter

Der pro aurum-Shop

Die ganze Welt der Edelmetalle finden Sie in unserem Shop: proaurum.ch