Obwohl Gold eine geringere Kursschwankungsintensität aufweist als Silber, Platin und Palladium, erzielte es in den ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres eine stärkere Performance als der Rest des Quartetts.

Underperformance bei Platin und Palladium

Seit dem Jahreswechsel verteuerte sich Gold um 15,2 Prozent und Silber um 14,8 Prozent, während die beiden Schwestermetalle Platin (+8,0 Prozent) und Palladium (+6,1 Prozent) deutlich weniger dynamisch bergauf tendierten. Hierfür war einmal mehr der Automobilsektor verantwortlich, der bei Platin und Palladium traditionell als ausgesprochen wichtige Nachfragekraft fungiert. Nachdem in den Jahren zuvor vor allem der Boom bei Elektrofahrzeugen, die systembedingt keine mit Platin oder Palladium beschichtete Katalysatoren zur Abgasreduktion benötigen, die Preisperspektiven der beiden Edelmetalle eingetrübt hatte, belastete in den vergangenen Wochen vor allem Trumps Zollpolitik die Stimmung unter den Marktakteuren.

So erheben die USA z. B. seit dem 12. März einen Zoll von 25 Prozent auf alle Importe von Stahl und Aluminium. Ausserdem fällt seit dem 3. März bei chinesischen Waren jeglicher Art, die in die USA exportiert werden, ein Zoll in Höhe von 20 Prozent an. Für viele kanadische und mexikanische Waren gelten seit dem 4. März sogar Einfuhrzölle in Höhe von 25 Prozent. Angedroht hat Donald Trump aber auch, auf Autoimporte ebenfalls einen 25-prozentigen Zoll zu erheben. Durch Zölle drohen der Autobranche höhere Produktionskosten, was die Fahrzeuge verteuern und das Interesse am Neuwagenkauf ausbremsen dürfte. Ausserdem könnte Trumps Gebaren zu Störungen in der Lieferkette führen. Sollte es zu einem regelrechten Zollkrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt kommen, dürfte keinem Land geholfen sein und am Ende werden alle als Verlierer dastehen.

Bei Platin und Palladium droht aber auch aus einem anderen Grund Ungemach. In einem Interview mit seinem Lieblingssender Fox News wollte Donald Trump das Eintreten eiern Rezession in den USA nicht ausschliessen. Der Autobranche könnte in diesem Fall ein zusätzlicher Rückgang der Nachfrage drohen, da in unsicheren Zeiten die Bereitschaft zum Neuwagenkauf erfahrungsgemäss stark nachlässt. Seit Putin im Februar 2022 die Ukraine überfallen hat, dümpelt in den USA die Zahl neu zugelassener Fahrzeuge zwischen 192.000 und 287.000. Zur Erinnerung: Im Mai 2015 lag dieser Wert noch bei 748.000. Eine starke Autonachfrage kann man derzeit lediglich in der Region Asien ausmachen – insbesondere in Indien.

Palladium gilt als besonders „autosensitiv“

Ein grosser Teil der globalen Palladiumnachfrage stammt aus der Autobranche. Im vergangenen Jahr repräsentierte die Automobilbranche mehr als 80 Prozent der globalen Palladiumnachfrage. Bei Platin fiel dieser Anteil mit ungefähr 38 Prozent deutlich geringer aus. Das heisst: Ein schwacher Automobilsektor dürfte den Palladiumpreis stärker belasten als Platin, das mittlerweile auch in hohem Masse in der Schmuckbranche (24 Prozent), anderen Industrien (30 Prozent) sowie im Investmentsektor (8 Prozent) nachgefragt wird.

Im Gegensatz zu Palladium kommt Platin zudem verstärkt im Wasserstoffsektor (Brennstoffzellen) zum Einsatz – sowohl bei der Erzeugung als auch bei der Nutzung von Wasserstoff. Langfristig könnte dies die industrielle Nachfrage nach Platin erheblich steigern, insbesondere wenn sich die weltweite Wasserstoffwirtschaft positiv entwickeln sollte.

Für die Automobilbranche wird ein anderes Edelmetall immer wichtiger – nämlich Silber. Während Platin und Palladium vor allem in Abgaskatalysatoren zum Einsatz kommen, profitiert Silber von den folgenden Zukunftstrends im Bereich Mobilität: Elektrofahrzeuge, allgemeine Digitalisierung in Autos sowie autonomes Fahren. Dank seiner hervorragenden elektrischen und thermischen Leitfähigkeit spielt Silber in vielen sicherheits- und funktionsrelevanten Komponenten eine immer wichtigere Rolle. Grundsätzlich wird zum Bau von Elektrofahrzeugen deutlich mehr Silber benötigt als in Autos mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Ein besonders grosser Vorteil stellt bei Silber die starke Diversifikation der Nachfrage auf völlig unterschiedliche Industriebranchen dar. Ausserdem wird Silber (ähnlich wie Gold) als monetäres Edelmetall wahrgenommen und geniesst deshalb unter Geldanlegern einen hohen Stellenwert als „bezahlbarere“ Krisenwährung („Gold des armen Mannes“).

Silber – Allroundtalent unter den Edelmetallen

In der Elektromobilität landet viel Silber in Batterien, elektronischen Betriebsmanagementsystemen, Ladegeräten sowie Hochstromverbindungen, Tendenz steigend. Selbiges trifft aber auch auf den Wachstumsmarkt Photovoltaik zu. Dort überzeugt es vor allem durch seine elektrische Leitfähigkeit, die gute Verarbeitbarkeit und die ausgeprägte Hitze- und Korrosionsbeständigkeit. Pro Gigawatt installierter Kapazität werden schätzungsweise 15 bis 25 Tonnen Silber benötigt. Klimafreundliche Energiegewinnung via Solarmodule dürfte daher den weltweiten Silberbedarf in diesem Sektor weiter nach oben treiben. Doch der fortschreitende Klimawandel tangiert die Silbernachfrage auch im Bereich der Wassertechnologie. Dank seiner antibakteriellen Eigenschaften leistet das Edelmetall nämlich wertvolle Dienste bei der Wasserreinigung sowie im medizinischen Bereich (Wundversorgung, Zahnmedizin, Katheter, Implantate, medizinische Geräte, Arzneimittel, Desinfektion und OP-Kleidung).

In den Augen vieler Analysten gelten Gold und Silber aus wirtschaftlicher Sicht als deutlich wichtiger und mit Blick auf deren Perspektiven – verglichen mit Platin und Palladium – zugleich als erheblich aussichtsreicher. Dieses Ergebnis lieferte auch die diesjährige Analystenumfrage der London Bullion Market Association (LBMA) hinsichtlich der Perspektiven von Gold, Silber, Platin und Palladium. Laut dem LBMA Forecast Survey 2025 sehen die Analysten für die Weissmetalle ein differenziertes Bild. Während bei Silber ein durchschnittlicher Jahrespreis von 32,86 pro Unze und damit ein Anstieg von rund 16 Prozent gegenüber 2024 erwartet werden, fällt der Optimismus hinsichtlich der beiden Schwestermetalle Platin und Platin um einiges gedämpfter aus.

Was von LBMA befragte Analysten Weissmetallen zutrauen

Bei Platin rechnen die Analysten im Konsens mit einem Durchschnittswert von  1.021,64 Dollar (+6,9 Prozent), was einer moderaten Steigerung gegenüber dem Vorjahresniveau entspräche. Als Gründe hierfür wurden häufig potenzielle Angebotsengpässe sowie eine anhaltend hohe Industrienachfrage genannt, insbesondere aus dem Automobilsektor. Palladium trauen die Experten dagegen so gut wie nichts zu. Mit durchschnittlich 991 Dollar (+0,8 Prozent) bliebe dessen Preis im Vergleich zu 2024 nahezu unverändert. Als Grund für die Zurückhaltung verwiesen einige Analysten auf ein mögliches Überangebot und eine schwächere Nachfrage.

Verglichen mit Gold kann man den drei Weissmetallen Silber, Platin und Palladium aber attestieren, dass sie deutlich unter ihren jeweiligen Allzeithochs notieren. Robert Hartmann, der Mitgründer von pro aurum, erwartet im Jahr 2025 bei Weissmetallen ein hohes Mass an Spannung und sieht bei Platin und Palladium gegenüber den monetären Edelmetallen Gold und Silber einen „riesigen Nachholbedarf“.

Übrigens: Wer beim Kauf von Silber, Platin oder Palladium in Form von Barren oder Münzen mehr für sein Geld möchte, kann dies über das Schweizer Zollfreilager von pro aurum bewerkstelligen. Dann würde nämlich (selbstverständlich völlig legal) die normalerweise übliche Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent entfallen und der daraus resultierende Renditenachteil vermieden werden. Weitere Informationen zum „Mehrwertsteuer-Sparmodell“ können Sie hier abrufen.

Bildnachweis: Olivier Le Moal
Bildnummer: 128990891
Bildquelle: istockphoto.com


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