In der Finanzwelt gibt es keine einheitliche Meinung darüber, welchen Anteil Edelmetalle an einem Gesamtvermögen einnehmen sollten. Während manche Berater physisches Gold nur als kleine Randposition betrachten, sehen andere darin einen zentralen Baustein jeder soliden Vermögensstruktur. Der Münchner Edelmetallhändler pro aurum vertritt seit seiner Gründung im Jahr 2003 eine klare Position zu dieser Frage. Diese Einschätzung wird unternehmensintern als „Hausmeinung“ bezeichnet und dient als Orientierungsrahmen für die Beratung von Privatanlegern. Im Kern besagt sie, dass physische Edelmetalle in jedes Portfolio gehören – allerdings nur in einem klar begrenzten Umfang. Im Folgenden wird diese Hausmeinung vorgestellt und um die Aspekte Rebalancing, Liquiditätsmanagement sowie Klumpenrisiko ergänzt.

Die pro aurum Hausmeinung im Detail

Die Grundaussage lautet, dass Anleger zwischen fünf und 25 Prozent ihres Vermögens in Gold investieren sollten. Diese Bandbreite ist bewusst so gewählt, dass sie unterschiedlichen Risikoneigungen gerecht wird. Wie hoch der tatsächliche Anteil im Einzelfall ausfällt, hängt von der individuellen Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont, der Lebenssituation sowie den persönlichen Zielen ab. Die Aufteilung ist ausdrücklich nicht als starre Vorgabe zu verstehen, sondern sollte mindestens einmal jährlich mit den eigenen Bedürfnissen und den aktuellen Marktgegebenheiten abgeglichen und bei Bedarf angepasst werden.

Auf dieser Grundlage unterscheidet pro aurum drei Strategien innerhalb des Edelmetallanteils. Bei der sicherheitsorientierten Variante liegt der Fokus vollständig auf Gold. Im Vordergrund steht der Substanzerhalt, nicht die Renditemaximierung. Wer wachstumsorientiert vorgeht, kombiniert rund 80 Prozent Gold mit etwa 20 Prozent Silber – mit höheren Ertragschancen bei entsprechend höherem Risiko. Die chancenorientierte, spekulative Strategie setzt auf ein Verhältnis von rund 70 Prozent Gold zu 30 Prozent Silber. Da Silber deutlich stärkeren Kursschwankungen unterliegt als Gold, steigen mit einem höheren Silberanteil sowohl Chancen als auch Risiken.

In allen drei Varianten dient Gold als Basisinvestment, während Silber je nach Anlegertyp beigemischt wird. Vor jedem Beratungsgespräch klärt pro aurum daher zunächst die persönliche Anlagementalität des Kunden ab, da diese über die konkrete Portfoliostruktur entscheidet. Wichtig ist ein grundsätzlicher Perspektivwechsel: Bei Edelmetallen steht nicht der Renditegedanke im Vordergrund, sondern der Absicherungsgedanke.

Führungskräfte von Gold & Co. vollkommen überzeugt

Diese Haltung wird auch von führenden Vertretern des Unternehmens öffentlich erläutert. Filialdirektor Jürgen Birner, der die Münchner Niederlassung im pro aurum Goldhaus leitet und regelmässig Vorträge über Edelmetallanlagen hält, verweist bereits seit dem Jahr 2001 auf das aus seiner Sicht erhebliche Kurspotenzial von Gold und empfiehlt seither, das Geldvermögen zugunsten von Sachvermögen zu reduzieren. Als zentrales Argument dient ihm die Einschätzung, dass Gold seit Generationen einen verlässlichen Schutz vor dem Wertverlust von Papiergeldwährungen bietet – ein Aspekt, der angesichts der anhaltend expansiven Geldpolitik grosser Notenbanken weiterhin an Relevanz gewinnt.

Auch Mirko Schmidt, Mitgründer und Geschäftsführer von pro aurum, ordnet den Goldbesitz nicht als reines Krisenprodukt ein. Aus seiner Sicht ist die Sorge vieler Anleger vor einer stärker als offiziell ausgewiesenen Geldentwertung gerechtfertigt. Sie stellt ein zentrales und nachvollziehbares Kaufmotiv, weshalb der Besitz von physischem Gold unabhängig von der jeweiligen Krisenlage grundsätzlich sinnvoll ist.

Untermauert wird diese Einschätzung durch die langfristige Kursentwicklung: Über die vergangenen 25 Jahre hat sich der Goldpreis trotz zwischenzeitlicher Rückschläge in einem stabilen Aufwärtstrend entwickelt, während wichtige Weltwährungen wie Dollar, Euro, britisches Pfund und Schweizer Franken im selben Zeitraum einen erheblichen Kaufkraftverlust hinnehmen mussten. Wer sein Vermögen ausschliesslich auf klassische Geldwerte stützt, setzt sich demnach einem schleichenden, aber kontinuierlichen Wertverlust aus. Physische Edelmetalle sollen diesem Effekt entgegenwirken und als stabilisierender Baustein neben Immobilien, Aktien und Anleihen fungieren.

Warum regelmässiges Rebalancing wichtig ist

Wer sich für einen bestimmten Edelmetallanteil entscheidet, sollte diese Zielstruktur nicht als einmalige Entscheidung betrachten. An den Finanzmärkten entwickeln sich unterschiedliche Anlageklassen selten gleichmässig, wodurch sich die tatsächliche Gewichtung eines Portfolios im Zeitverlauf automatisch verschiebt. Ein Anleger, der ursprünglich rund 20 Prozent seines Vermögens in Gold hält, kann nach einer längeren Phase steigender Goldpreise plötzlich auf einen Anteil von 25 oder sogar 30 Prozent kommen – das Portfolio entspricht dann nicht mehr der ursprünglich festgelegten Strategie.

Genau hier setzt das Rebalancing an: die regelmässige Anpassung eines Portfolios an die ursprünglich definierte Zielgewichtung, um zu verhindern, dass einzelne Anlageklassen ein zu grosses oder zu kleines Gewicht erhalten. Dieser Ausgleich funktioniert in beide Richtungen: Überschreitet eine Anlageklasse durch positive Wertentwicklung die gewünschte Gewichtung, kann ein Teil der Position verkauft und umgeschichtet werden. Umgekehrt lässt sich ein zu gering gewordener Anteil durch gezielte Nachkäufe wieder anheben. Wer sich an der pro aurum Hausmeinung orientiert, sollte deshalb regelmässig prüfen, ob die Goldquote noch innerhalb der gewählten Bandbreite liegt, und bei Abweichungen gegensteuern.

Der Zusammenhang mit dem Liquiditätsmanagement

Bevor über die konkrete Portfolioaufteilung nachgedacht wird, sollte eine Voraussetzung erfüllt sein: der Aufbau einer ausreichenden Notfallreserve ausserhalb des Anlageportfolios, etwa auf einem Tagesgeldkonto. Finanzplaner empfehlen üblicherweise mindestens drei bis sechs Monatsausgaben als kurzfristig verfügbares Kapital. Selbstständige oder Personen mit unregelmässigem Einkommen sollten diesen Puffer eher grosszügiger bemessen. Diese Reserve soll keine Rendite erwirtschaften, sondern finanzielle Sicherheit gewährleisten. Fehlt eine solche Grundlage, besteht das Risiko, im Ernstfall auf investiertes Kapital zurückgreifen zu müssen – unabhängig von der jeweiligen Marktlage, da persönliche Engpässe oft mit eingeschränkter Marktliquidität zusammenfallen und ein erzwungener Verkauf dann zu ungünstigen Konditionen erfolgt. Erst wenn diese Reserve besteht, sollte das übrige Vermögen strukturiert auf verschiedene Anlageklassen – darunter auch Edelmetalle – verteilt werden.

Edelmetalle sollten kein Klumpenrisiko werden

So überzeugend die Argumente für einen Edelmetallanteil im Depot auch sein mögen: Auch Gold und Silber sollten niemals zu einem Klumpenrisiko werden. Genau deshalb bewegt sich die pro aurum Hausmeinung bewusst innerhalb einer klaren Obergrenze von 25 Prozent und empfiehlt ausdrücklich keine vollständige Umschichtung des Vermögens in Edelmetalle. Eine sinnvolle Vermögensstruktur setzt sich stattdessen aus mehreren Bausteinen zusammen: Immobilien, Aktien, Anleihen, ausreichende Liquidität und physische Edelmetalle. Nur durch diese Streuung lässt sich das Verhältnis von Chancen und Risiken im Gesamtportfolio ausgewogen gestalten. Wer zu stark auf eine einzelne Anlageklasse setzt, verzichtet auf den grundlegenden Vorteil der Diversifikation. Auch innerhalb des Edelmetallanteils gilt dieses Prinzip im kleineren Massstab: Die Beimischung von Silber neben Gold dient dazu, das Rendite-Risiko-Profil je nach persönlicher Präferenz zu variieren, ohne einseitig von der Entwicklung eines einzelnen Metalls abhängig zu werden.

Fazit: Die Hausmeinung von pro aurum bietet Privatanlegern seit über 20 Jahren einen konsistenten Orientierungsrahmen für die Frage, wie viel Gold ins eigene Depot gehört. Im Zentrum steht eine Bandbreite von fünf bis 25 Prozent, die je nach Risikoneigung mit unterschiedlichen Gold-Silber-Verhältnissen unterlegt werden kann. Entscheidend ist, diese Aufteilung regelmässig zu überprüfen und mittels Rebalancing an die tatsächliche Marktentwicklung anzupassen – ebenso wichtig ist ein solides, dem Portfolio vorgelagertes Liquiditätsmanagement. Wer diese Grundsätze beachtet und Edelmetalle als einen von mehreren Bausteinen einer breit diversifizierten Vermögensstruktur begreift, kann von den stabilisierenden Eigenschaften von Gold und Silber profitieren, ohne sich einem unnötigen Klumpenrisiko auszusetzen.

Bildquelle: Composing / pro aurum


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