Eigentümergeführte, bankenunabhängige Vermögensverwalter geniessen bei vielen Anlegern einen besonders guten Ruf. Der Grund: Sie agieren frei von Konzerninteressen, sind häufig langfristig orientiert und haben ein starkes Eigeninteresse am Anlageerfolg ihrer Strategien.

Häuser wie Flossbach von Storch und DJE Kapital AG zählen seit Jahren zu den bekanntesten Vertretern dieser Branche und konnten ihre Expertise regelmässig in Studien, Rankings und Interviews der Wirtschaftspresse unter Beweis stellen. Doch welche konkreten Investmentstrategien empfehlen sie Privatanlegern?

Vorteil der Unabhängigkeit

Ein zentraler Grundsatz beider Häuser ist die konsequente Ausrichtung auf den langfristigen Vermögensaufbau. Kurzfristige Marktschwankungen spielen in den Strategiekonzepten eine untergeordnete Rolle. Stattdessen steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kapital über Jahre und Jahrzehnte real – also nach Inflation – vermehrt werden kann. Dabei setzen beide Vermögensverwalter auf eine Mischung aus Qualitätsaktien, soliden Anleihen und ausgewählten Sachwerten.

Ein wichtiger Baustein ist die Investition in hochwertige Unternehmen. Sowohl Flossbach von Storch als auch DJE betonen auf ihren Plattformen die Bedeutung von Geschäftsmodellen mit stabilen Cashflows, starken Marktpositionen und verlässlicher Preissetzungsmacht. Solche Unternehmen gelten als widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Abschwüngen und können langfristig kontinuierliche Erträge liefern. Anleger sollen sich dabei nicht von kurzfristigen Trends oder spekulativen Hypes leiten lassen, sondern gezielt auf Qualität achten.

Eng damit verbunden ist der zweite Grundsatz: Risikomanagement hat Vorrang vor Renditemaximierung. Beide Häuser verfolgen Strategien, die darauf abzielen, grössere Verluste zu vermeiden. Denn hohe Verluste lassen sich nur schwer wieder aufholen. Diversifikation spielt hierbei eine zentrale Rolle. Das Kapital wird über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen gestreut, um Klumpenrisiken zu reduzieren.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die flexible Steuerung der Aktienquote. Anders als bei starren Indexstrategien passen aktive Vermögensverwalter ihre Allokation an das Marktumfeld an. In Phasen hoher Bewertungen oder steigender Risiken kann die Aktienquote reduziert werden, während in schwächeren Marktphasen gezielt zugekauft wird. Dieser antizyklische Ansatz soll langfristig stabile Ergebnisse ermöglichen.

Zudem betonen beide Anbieter die Bedeutung von Sachwerten. Dazu zählen neben Aktien auch Gold oder Immobilieninvestments. Gerade in Zeiten steigender Inflation oder wachsender Staatsverschuldung sehen viele Vermögensverwalter hierin einen wichtigen Schutz für das Portfolio. Gold wird häufig als Absicherung gegen Währungsrisiken und systemische Krisen betrachtet.

Davon raten erfahrene Vermögensverwalter ab

Und wovon raten die Experten ab? Vor allem von kurzfristigem Aktionismus. Häufiges Umschichten, das Hinterherlaufen von Trends oder der Versuch, den Markt zu timen, gelten als typische Fehler vieler Privatanleger. Ebenso kritisch sehen sie eine zu starke Konzentration auf einzelne Anlageklassen oder Regionen. Auch reine Zinsanlagen werden in einem Umfeld hoher Inflation oft als unzureichend bewertet, da sie real (inflationsbereinigt) häufig an Kaufkraft verlieren.

Ein weiterer Punkt ist die Disziplin. Anleger sollten an ihrer Strategie festhalten und sich nicht von kurzfristigen Marktnachrichten verunsichern lassen. Emotionale Entscheidungen gehören zu den grössten Renditekiller am Kapitalmarkt.

Zusammengefasst verfolgen eigentümergeführte Vermögensverwalter wie Flossbach von Storch und DJE Kapital AG einen klar strukturierten Ansatz: langfristig denken, breit streuen, auf Qualität setzen und Risiken aktiv steuern. Für Privatanleger bedeutet dies vor allem, Geduld zu haben und eine durchdachte Strategie konsequent umzusetzen. Wer diese Prinzipien beachtet, erhöht die Chancen, Vermögen nachhaltig aufzubauen und auch in turbulenten Marktphasen ein hohes Mass an Stabilität zu erzielen.

Die Portfoliophilosophie von BlackRock

Wer über professionelle Vermögensverwaltung spricht, kommt an BlackRock nicht vorbei. Mit mehr als 12 Billionen Dollar unter Verwaltung ist das amerikanische Unternehmen der weltgrösste Asset Manager – und gleichzeitig ein völlig anderer Typ als die beiden inhabergeführten Häuser. BlackRock ist börsennotiert, seinen Aktionären gegenüber rechenschaftspflichtig und richtet sich mit seiner iShares-ETF-Plattform primär an ein breites Massenpublikum. Passive Strategien – also Indexfonds, die Märkte kostengünstig abbilden – machen etwa zwei Drittel des verwalteten Vermögens aus. Dies stellt einen wichtigen Unterschied gegenüber den beiden zuvor erwähnten inhabergeführten Vermögensverwaltungen dar, die aktive Strategien verfolgen.

Im Sommer 2025 verkündete BlackRock eine interessante Nachricht bezüglich ratsamer Investmentstrategien. CEO Larry Fink plädierte in einem an die Investoren gerichteten Jahresbrief für eine Abkehr vom jahrzehntelang gültigen 60/40-Portfolio – 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen. Stattdessen riet er zum 50/30/20-Modell: Aktien, Anleihen und private Vermögenswerte wie Immobilien, Infrastruktur und Private Credit. Der Gedanke dahinter: Pensionsfonds investieren seit Jahrzehnten in diese illiquideren, aber renditestärkeren Anlageklassen und erzielen damit langfristig deutlich bessere Ergebnisse als Privatanleger, denen diese Märkte bislang weitgehend verschlossen blieben.

Für den klassischen Privatanleger mit kleineren Anlagebeträgen bleibt der BlackRock-Ansatz dennoch stark durch günstige, breit gestreute ETF-Lösungen geprägt. Hier liegt der deutlichste Unterschied zu den inhabergeführten Häusern: Während Flossbach von Storch und DJE aktives Management, intensive Unternehmensanalyse und individuelle Portfoliokonstruktion als Kernleistung anbieten, setzt BlackRock für den breiten Markt auf die Kraft passiver Marktrenditen zu minimalen Kosten. Beide Wege haben ihre Berechtigung – und ihre jeweiligen Zielgruppen.

Warum global denken und investieren entscheidend ist

Unabhängig davon, welchem Haus oder welchem Ansatz man vertraut: Für Privatanleger in Deutschland ergibt sich aus ihrer Lebenssituation ein oft unterschätztes strukturelles Risiko. Erwerbseinkommen, Rentenansprüche, Sozialversicherungsleistungen und die täglich genutzte Währung – der Euro – sind allesamt stark an den Wirtschaftsraum Europa und speziell an Deutschland geknüpft. Wer dann auch noch sein Finanzvermögen überwiegend in europäischen oder gar deutschen Werten anlegt, potenziert dieses sogenannte Klumpenrisiko erheblich.

Eine gesamtwirtschaftliche Krise in Deutschland oder der Eurozone würde damit nicht nur das Arbeitseinkommen treffen, sondern gleichzeitig das angesparte Kapital. Genau deshalb betonen sowohl Flossbach von Storch als auch DJE Kapital AG und vor allem BlackRock konsequent den globalen Ansatz. Investitionen über verschiedene Weltregionen hinweg – in Nordamerika, Asien, Schwellenländer und Europa – reduzieren die Abhängigkeit von einem einzigen Wirtschaftsraum. Wer in weltweit tätige Qualitätsunternehmen investiert, die ihre Erträge auf allen Kontinenten erwirtschaften, diversifiziert damit nicht nur sein Portfolio, sondern schützt sein Gesamtvermögen gegen regionale Schocks. Globales Denken ist für deutsche Privatanleger daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Bildnachweis: Pakin Jarerndee
Bildnummer: 1562199023
Bildquelle: IStockphoto.com


Immer aktuell informiert: Folgen Sie pro aurum

So verpassen Sie nichts mehr! Informationen und Chartanalysen, Gold– und Silber-News, Marktberichte, sowie unsere Rabattaktionen und Veranstaltungen.
Facebook | Instagram | LinkedIn | Twitter

Der pro aurum-Shop

Die ganze Welt der Edelmetalle finden Sie in unserem Shop: proaurum.ch